Packliste für eine geführte Rockies-Wandertour mit Camping
Beim Packen für die Rockies geht es vor allem um eins: Temperaturschwankungen. An einem Julinachmittag im Tal können es 25 °C sein, in derselben Nacht auf dem Campingplatz kaum über null – im Juni oder September noch eher. Die gute Nachricht auf einer geführten Tour: Du trägst dein Gepäck nie selbst. Ein Van mit Anhänger bringt es von Lager zu Lager, ein normaler Koffer oder eine Reisetasche ist also völlig in Ordnung. Auf dem Weg hast du nur deinen Tagesrucksack dabei.
Die Liste unten verbindet die Packtipps, die Fresh Adventures auf seinen Tourseiten gibt, mit praktischen Ergänzungen. Was mit „Camping“ markiert ist, brauchst du nur auf den Zelttouren.
Kleidung: in Schichten denken
Der Veranstalter bittet Campinggäste um zwei komplette warme Kleidungsschichten ohne Baumwolle, jeweils für oben und unten, Gäste der Hoteltour um drei. In der Praxis heißt das:
- 2–3 Funktionsshirts (Merino oder Kunstfaser), langärmelig
- 1–2 warme Zwischenschichten, etwa Fleecejacke oder leichte Kunstfaser- oder Daunenjacke
- Wanderhose, wer mag zusätzlich eine kurze
- Warme Leggings oder lange Unterhose – gut auch zum Schlafen in kalten Nächten
- Regenjacke, wind- und wasserdicht. Eine Regenhose nennt der Veranstalter „hilfreich“; wir würden sie einpacken.
- Warme Mütze und dünne Handschuhe. Auch im Sommer willst du beides abends im Camp und auf hohen Pässen.
- Sonnenhut oder Kappe
- Wandersocken (Wolle oder Kunstfaser), ein Paar pro Tag oder genug zum Wechseln
- Unterwäsche, Schlafsachen
- Ein legeres Outfit fürs Restaurant, vor allem auf der Banff-Wandertour mit Hotel, wo die Gruppe jeden Abend auswärts isst
Jeans und Baumwollpullis lässt du besser zu Hause oder trägst sie im Flugzeug. Baumwolle bleibt nass und kalt, sobald sie feucht wird.
Schuhe
- Wanderschuhe oder feste Trekkingschuhe, vor der Reise eingelaufen. Der Rat des Veranstalters ist schlicht: bequem, stabil, ohne Blasen, und es darf ihnen nichts ausmachen, nass und dreckig zu werden. Auf mehreren Wanderungen geht es durch Bäche, Matsch oder alte Schneefelder.
- Camp-Schuhe oder Sandalen für abends und zum Duschen
- Wanderstöcke, wenn deine Knie bei langen Abstiegen protestieren. Bei bis zu 1.000 Höhenmetern bergab an manchen Tagen sind viele froh darüber.
Für unterwegs
- Tagesrucksack mit etwa 20–30 Litern, mit Regenhülle oder einem Müllbeutel als Innenfutter
- Wasser: mindestens eine 1-Liter-Flasche, besser zwei, wie der Veranstalter empfiehlt
- Sonnenbrille, Sonnencreme und Lippenpflege mit Lichtschutz. Die Sonne ist in der Höhe kräftig, und Schneefelder reflektieren sie.
- Mückenschutz, vor allem im Juni und Juli
- Ein kleines Blasenpflaster-Set und persönliche Erste-Hilfe-Sachen
- Kamera oder Handy und eine Powerbank
Mahlzeiten und Snacks sind auf den Campingtouren inklusive. Auf der Hoteltour sind sechs Mittagessen enthalten, Frühstück und Abendessen zahlst du selbst.
Für die Nächte im Zelt (Camping)
- Schlafsack mit Komfortbereich um 0 °C, falls du keinen leihst. Auf der 7-Tage-Campingtour kostet der Leihschlafsack 80 CAD, auf der 12-Tage-Tour 100 CAD. Zelte und knapp 9 cm dicke aufblasbare Isomatten werden gestellt.
- Ein Reisekissen – oder ein Packsack, den du mit dem Fleece füllst
- Stirnlampe. Der Veranstalter erwähnt sie für den nächtlichen Weg zur Toilette, im Zelt ist sie genauso nützlich.
- Ohrstöpsel, wenn du einen leichten Schlaf hast; Campingplätze sind nicht immer ruhig
- Ein schnell trocknendes Handtuch und ein Kulturbeutel, den du zum Duschhaus tragen kannst
- Ein paar Münzen: Auf der 12-Tage-Tour laufen laut Veranstalter manche Duschen mit Münzen, etwa 4 CAD am Tag
Wenn du schnell frierst, nimm eine zusätzliche warme Schicht zum Schlafen mit. Im September ist das keine Option, sondern Pflicht.
Baden und heiße Quellen
- Badesachen und Handtuch. Jede Tour besucht mindestens einmal die heißen Quellen in Banff, und manche Wanderung endet an einem See, in den Mutige hineinspringen.
Bärenspray: was du wissen musst
Parks Canada empfiehlt Wanderern in den Rockies, Bärenspray dabeizuhaben. Von zu Hause mitbringen kannst du es nicht: Bärenspray ist im Flugzeug weder im Handgepäck noch im aufgegebenen Koffer erlaubt. Wenn du eine eigene Dose willst, kaufst du sie in Calgary oder in Canmore, wo der Van an Tag 1 der 7-Tage-Tour und der Hoteltour hält. Ob die Guides Bärenspray tragen, steht nicht auf den Tourseiten – frag beim Veranstalter nach, bevor du fährst. Mit einer Gruppe von einem Dutzend Leuten zu wandern ist schon für sich einer der besten Wege, einen Bären nicht zu überraschen.
Dokumente, Geld und Technik
- Reisepass. Wer aus einem visumfreien Land wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Kanada fliegt, braucht eine elektronische Einreisegenehmigung (eTA).
- Reiseversicherung, am besten mit Reiseabbruch-Schutz. Das Kleingedruckte des Veranstalters verweist für Fälle wie einen verpassten Tourstart oder einen Umzug wegen Waldbrand ausdrücklich auf die Versicherung.
- Kreditkarte und etwas kanadisches Bargeld. In den Teehäusern auf den Wanderungen am Lake Louise zahlte man lange nur bar. Auch das Trinkgeld für die Guides (laut Veranstalter üblich: 10–20 CAD pro Gast, pro Guide und Tag) gibst du am einfachsten bar.
- Alle Medikamente, die du brauchst – im Tagesrucksack, nicht im Koffer. Der Veranstalter betont das für Dinge wie Adrenalin-Pen, Asthmaspray, Herzmedikamente oder Insulin.
- Reisestecker: In Kanada gibt es nordamerikanische Steckdosen (Typ A und B) mit 120 Volt. Lademöglichkeiten sind auf den Campingtouren knapp, eine Powerbank hilft.
Der Veranstalter rät außerdem, möglichst viel ins Handgepäck zu packen, damit ein verspäteter Koffer nicht den Start verdirbt. Bei einer Abholung um 14 Uhr am Ankunftstag ist das ein guter Rat – und noch ein Grund, einen Tag früher in Calgary zu landen.
Was zu Hause bleiben kann
- Baumwollkleidung zum Wandern
- Mehr als ein Paar schwere Stiefel
- Die Drohne: In Kanadas Nationalparks ist das Fliegen ohne Genehmigung verboten
- Teurer Schmuck und alles, was du auf einem Campingplatz ungern verlieren würdest
Die Kurz-Checkliste
- Schichten: Funktionsshirt, Fleece, Regenjacke, Regenhose, Mütze, Handschuhe
- Eingelaufene Wanderschuhe plus Camp-Schuhe
- Tagesrucksack, zwei Wasserflaschen, Sonnenschutz, Mückenschutz
- Schlafsack bis 0 °C oder Leihschlafsack gebucht (Camping)
- Stirnlampe, Reisekissen, Ohrstöpsel (Camping)
- Badesachen und Handtuch
- Reisepass, eTA, Versicherung, Karte und Bargeld
- Medikamente im Tagesrucksack
Wann du am besten fährst und wie kalt es in welchem Monat wirklich wird, steht in unserem Artikel zur besten Reisezeit für die Rockies. Wenn du noch keine Tour gewählt hast, fang mit Geführte Touren in den Rockies – so wählst du an.